Podiumsdiskussion der FNL „Energie vom Acker: Die Zukunft der Energieerzeugung?“ zeigt Landwirtschaft als innovative Branche
Energie aus landwirtschaftlich erzeugten Ressourcen hat langfristig strategische Bedeutung für die Energieversorgung Deutschlands. Die Arbeit als „Energiewirt“ bleibt für Landwirte jedoch immer von ergänzender Bedeutung, im Vergleich zur Lebensmittelproduktion. Zu diesen beiden Ergebnissen kam heute die Podiumsdiskussion der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) „Energie vom Acker: Die Zukunft der Energieerzeugung?“ auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 der Internationalen Grünen Woche.
Dr. Torsten Gabriel, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., erinnerte: „Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist der Klimawandel. Ganz besonders trifft er die Landwirte, denn er verändert die Grundbedingungen ihrer Produktion. Die effiziente und nachhaltige Gewinnung erneuerbarer Energien aus landwirtschaftlichen Ressourcen ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Die Erzeugung von Lebensmitteln hat aber für uns immer Vorrang. Auch mögliche Konflikte mit Zielen wie der Erhaltung der Biodiversität oder dem Gewässer- und Bodenschutz müssen verhindert werden.“
Franz Biesinger, Landwirt und Key Account Manager bei Vattenfall Europe, erklärte: „Die Produktion von Bioenergie ist für mich als Landwirt ein wichtiges zweites Standbein. Die Bioenergie in ihrer Gesamtheit trägt auch wesentlich zur Verbesserung des wirtschaftlichen Betriebsergebnisses bei. Ich bleibe aber vor allem Landwirt und die Produktion von Nahrungsmitteln ist meine zentrale Aufgabe.“
Horst Seide, Präsidiumsmitglied des Fachverbandes Biogas, verdeutlichte die Bedeutung der Biogas-Produktion: „Bis Ende 2010 hat die Biogasbranche rund 19.000 Arbeitsplätze geschaffen. Sie spart pro Jahr über 13 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ein. Die besondere Bedeutung von Biogas liegt zudem in der Speicherbarkeit, die eine bedarfsgerechte Nutzung ermöglicht. Biogas ist heute mit ca. 4 Mrd. € Jahresumsatz zu einem zusätzlichen stabilen Standbein in der Landwirtschaft geworden.“
Karl-Heinz Pasch, Vorstandsvorsitzender der EnD-I AG, einem ökologischen Energieerzeuger auf der Basis „Grüner Gase" wie Biogas sowie von Deponie- und Grubengas, skizzierte seine Vision zukünftiger Energieerzeugung: „Das Fundament der zukünftigen Energieversorgung sollte auf dezentralen Lösungen gebaut sein. Um diese Lösungen umzusetzen, brauchen wir ein offenes gesellschaftliches Denken. Die anstehende Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) muss Fehlentwicklungen korrigieren und sich auf die effiziente Nutzung von erneuerbaren Energien auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen konzentrieren, außerdem muss der diskriminierungsfreie Zugang in die Netze (Strom, Gas, Fernwärme) gewährleistet werden.“
Die Teilnehmer stimmten insgesamt überein, dass bei der Produktion von Bioenergie aus landwirtschaftlich genutzten Ressourcen auch Herausforderungen zu bewältigen seien. Sie waren sich jedoch einig, dass Innovation eine wichtige Rolle spielt, mögliche Konflikte zu lösen. Als gesunde Branche sei die Landwirtschaft seit jeher ein innovativer Sektor. Insofern zeigten sich die Diskutanten grundsätzlich optimistisch, was die Zukunft der Energie vom Acker angehe.
