Die Sicherung der Welternährung als globale Herausforderung
Bereits 1992 haben 172 Staaten mit der „Agenda 21“ in Rio ein Leitbild für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die Notwendigkeit, unsere Zukunft mit einem solchen Ansatz verantwortlich zu gestalten, ist unvermindert aktuell und dringend. Die Nachfolgekonferenz zu Rio im Juni 2012 (RIO+20) soll wesentliche Impulse und neuen Schwung in die Diskussion bringen. Damit ist auch die Chance verbunden, einem einseitig ökologisch orientierten Verständnis entgegenzutreten, das, dem vermeintlichen Zeitgeist folgend, die gleich wichtigen ökonomischen und sozialen Säulen nur als zweitrangig bewertet. „RIO+20“ sollte zum Anlass genommen werden, den eingeschlagenen Weg einer umfassend nachhaltigen Entwicklung weiter erfolgreich zu beschreiten. Dazu ist es elementar, sich an den Kernaussagen in Kapitel 14 der „Agenda 21“ zu orientieren:
Agenda 21, Kapitel 14:
14.1
„Im Jahr 2025 werden 83 Prozent der Weltbevölkerung, die bis dahin auf voraussichtlich 8,5 Milliarden gestiegen sein wird, in den Entwicklungsländern leben. Es ist allerdings fraglich, ob die Kapazität der vorhandenen Ressourcen und Technologien ausreichen wird, um die Bedürfnisse dieser ständig weiter wachsenden Bevölkerung in Bezug auf Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Produkte zu befriedigen. Die Landwirtschaft muss dieser Herausforderung in erster Linie dadurch begegnen, dass sie die Produktion auf bereits bewirtschafteten Flächen steigert, gleichzeitig aber ein weiteres Vordringen auf nur begrenzt für eine landwirtschaftliche Nutzung geeignete Standorte unterlässt.“
14.2
(…) „Oberstes Ziel dieser Entwicklung ist die nachhaltige Steigerung der Nahrungsmittelproduktion und die Verbesserung der Ernährungssicherung.“ (…)
14.3
Vorrang muss dabei die Erhaltung und die Steigerung der Leistungsfähigkeit der ertragreicheren landwirtschaftlichen Nutzflächen haben, denn nur so kann eine wachsende Bevölkerung ausreichend versorgt werden. (…). Zu den wichtigsten Instrumentarien einer nachhaltigen Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung gehören: Politik- und Agrarreform, Beteiligung der Bevölkerung, Einkommensdiversifizierung, Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und ein verbesserter Einsatz der Produktionsmittel. Der Erfolg dieses Entwicklungskonzepts hängt zu einem ganz erheblichen Teil von der Unterstützung und der Beteiligung der ländlichen Bevölkerung, der nationalen Regierungen und der Privatwirtschaft sowie der internationalen Zusammenarbeit ab, wozu auch die technische und die wissenschaftliche Zusammenarbeit gehören.




