Biogas! Wer hat‘s erfunden? Die Kuh!
Die Zukunft der Energieversorgung wird „grün“ sein. „Grüner Strom“ aus erneuerbaren Energiequellen garantiert derzeit mehr als 20 Prozent der Stromversorgung in Deutschland. Deutschland ist also auf dem besten Weg, sein Ausbauziel von 35 Prozent erneuerbarer Energien im Jahr 2020 zu erreichen. Einen erheblichen Beitrag dazu, mehr als zwei Drittel, leistet die Bioenergie aus Biomasse, wie der Mais oder die Wiesen und viele andere „grüne“ Rohstoffe.
Die Verwandlung dieser „grünen“ Produkte in Energie verbindet man direkt mit den mittlerweile über 7.200 Biogasanlagen in Deutschland. Doch findet dieser moderne Biogasprozess mit seinen vielfältigen Aspekten alltäglich auch in ähnlicher Weise im Verdauungstrakt der Kuh statt.
Entsprechend der Befüllung der Biogasanlage mit Grünmasse wie z. B. Mais, Grünschnitt und Zuckerrüben werden Kühe mit Gras, Maissilage und Kraftfutter gefüttert. Eine Besonderheit bei der Kuh ist das sogenannte Wiederkauen, wobei das Futter ein zweites Mal zerkleinert und mit Speichel durchmischt wird.
Was bei der Biogasanlage der Fermenter ist, ist bei der Kuh der Pansen. Hier werden mit Hilfe von Mikroorganismen wie Bakterien die Bestandteile der Pflanzen in Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate zerlegt. Diese sind dann wiederum Ausgangsstoff für die Milch. In der Biogasanlage entsteht aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten in mehreren Abbaustoffen der erneuerbare Energieträger Biogas.
Dieser kann im Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt oder nach der Reinigung auf Erdgasqualität als erneuerbarer Kraftstoff in Erdgasfahrzeugen eingesetzt werden.
Der unverdauliche, nicht mehr weiter zersetzbare Rest wird ausgeschieden. Dieser kann, von der Kuh ebenso wie von der Biogasanlage, als hochwertiger Dünger wieder auf dem Acker eingesetzt werden.
Wieder einmal zeigt sich, dass die Natur der beste Ideenspeicher für die Innovationen von morgen ist.




