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Nachhaltiger Düngemitteleinsatz aus Sicht eines LandRates

Klaus Münchhoff auf seinem Betrieb. Quelle: Ruebensam

Der Landwirtschaftsbetrieb Klaus Münchhoff, 38895 Derenburg in Sachsen-Anhalt mit 900 ha Ackerland (www.gut-derenburg.de), wird bewirtschaftet durch die Münchhoff Rimpau Agrardienste GmbH & Co. KG. Mein Name ist Klaus Münchhoff und ich bin der Betriebsleiter. Angebaut werden Wintergerste, Winterweizen, Winterraps und Durum. Der Betrieb liegt im Landkreis Harz, im Regenschatten des Harzes mit ganzjährig geringen Niederschlägen und häufigen Trockenphasen im Vorsommer, also am Übergang von der Magdeburger Börde zum Harz.

Unsere Düngerkosten belaufen sich auf ca. 120 € je ha und Jahr für die Grund- und Stickstoffdüngung. Für den Kalidünger bezahlen wir derzeit rund 350 €/t.

Neben den Mineraldüngern (1, siehe unten) wird auch Wirtschaftsdünger (2, siehe unten) eingesetzt. Die organischen Dünger (Wirtschaftsdünger) werden hauptsächlich nach der Ernte auf die Stoppel ausgebracht mit dem Ziel, dass C:N-Verhältnis (3, siehe unten) zu verbessern und die mit der Ernte abgefahrenen Nährstoffe wie Kalium und Phosphor zu ersetzen.

Durch die Ertragskartierung des Mähdreschers wird für jedes Feld exakt der Nährstoffabtransport über das Erntegut berechnet. Dieser Nährstoffentzug wird standortspezifisch durch mineralische Grunddünger wieder „aufgefüllt“. Wie gehen wir dabei vor?

Mit Hilfe ständig aktualisierter Bodenproben und dem Einsatz eines Bodenscanners werden die unterschiedlichen Bodenarten innerhalb eines Ackerschlages herausgearbeitet. So entsteht für jedes Feld eine differenzierte Bodenkarte, auf deren Grundlage wiederum Nährstoffverteilungskarten angelegt werden (siehe unten).

Auf der Grundlage dieser Karten legen wir nach der Auswertung der Bodenproben den notwendigen Einsatz der Kaliumdüngung fest. Der Boden wird dabei in die Versorgungsstufen A, B und C unterteilt. Der optimal versorgte Bereich ist „C“ und braucht keine weitere Düngung. Die Bereiche A und B werden von uns entsprechend mit Kali versorgt. Andere Flächen  liegen in der Versorgung über dem angestrebten Niveau und werden von uns nicht gedüngt.

Wir düngen also nicht einfach überall die gleiche Menge. Wir sparen damit Dünger und z.B. auch Diesel für die Ausbringung ein. Die Einsparung im Düngereinsatz beläuft sich im Durchschnitt der letzten Jahre auf ca. 12 € pro Hektar.

Für die zukünftige Entwicklung erwarte ich eine weitere Verbesserung und Verfeinerung der Beprobungen und der Ausbringung der Dünger (technisch höhere Anforderungen). Darüber hinaus erhoffe ich mir eine bessere Information durch die Berufsverbände aber auch durch den eigenen Betrieb und die Medien über die angewandte hochspezialisierte Technologie auf landwirtschaftlichen Betrieben. Sie trägt gleichermaßen zur Erhaltung der Landschaft, zur Erhaltung und Verbesserung der Ökologie und als Nachweis über die Produktion von gesunden Nahrungsmitteln bei.

 

Nährstoffversorgungskarte zur Kalium-Versorgung eines Feldes von Klaus Münchhoff

Zeichenerklärung:

A: große Unterversorgung des Bodens mit Kalium
B: geringe Unterversorgung des Bodens mit Kalium
C: optimale Versorgung des Bodens mit Kalium
  
Quelle: Münchhoff Rimpau Agrardienste GmbH & Co. KG, 2011

 

Fußnoten

(1) Harnstoff als Stickstoffdünger, Schwefelsaures Ammoniak, Kaliumdünger und Phosphordünger.

(2) Es handelt sich dabei um Schweinegülle, Putenmist und Hühnerfrischmist.

(3) Das C/N-Verhältnis bezieht sich auf die bioverfügbaren Anteile von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N) im Boden und stellt einen Indikator für dessen Fruchtbarkeit dar. Je kleiner die Zahl, desto enger ist das C/N-Verhältnis und umso besser ist die Stickstoffverfügbarkeit. Durch die Düngung soll ein Mangel an Stickstoff nach der Ernte kompensiert werden.

 

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